Die Kölner Rheinbrücken stehen vor erheblichen Herausforderungen. Nach der Mülheimer Brücke wird ein weiteres großes Sanierungsprojekt in Angriff genommen.
Sanierungsbedarf an Kölner Rheinbrücken
Von den sieben bedeutenden Rheinbrücken in Köln müssen vier in den kommenden Jahren umfassend instand gesetzt werden. Es wird erwartet, dass mindestens eine dieser Brücken bis weit über das Jahr 2040 hinaus teilweise gesperrt werden muss, um marode Bauteile auszutauschen und die Brücken für zukünftige Verkehrsanforderungen fit zu machen. Die seit acht Jahren andauernden Arbeiten an der Mülheimer Brücke stellen dabei lediglich den Anfang dar.
Aktuelle Sanierungsprojekte
Nach Abschluss der Arbeiten an der Mülheimer Brücke sind die Severinsbrücke (geplant von 2030 bis 2035), die Deutzer Brücke (geplant von 2036 bis 2040) und die Zoobrücke (nach 2040) als nächste Bauwerke vorgesehen. Die Stadt Köln hat die geplanten Maßnahmen im Überblick. Weitere Überlegungen zu einer Tempo-30-Zone am Rheinufer in Köln könnten ebenfalls in die Planungen einfließen.
Mülheimer Brücke: Einschränkungen bis 2028
Die Mülheimer Brücke wurde als erste der betroffenen Brücken umfassend saniert. Dabei wurden Teile neu gebaut und andere Bauteile instand gesetzt. Aufgrund neu entdeckter Mängel kam es immer wieder zu Verzögerungen. Seit dem vergangenen Jahr ist ein Teil der Brücke wieder einspurig für den Autoverkehr freigegeben, und es wird erwartet, dass der Verkehr noch in diesem Jahr wieder vollständig fließen kann.
Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf nahezu eine halbe Milliarde Euro, was höher ist als ursprünglich veranschlagt. Um ähnliche Verzögerungen in Zukunft zu vermeiden, sollen umfassendere Bestandsuntersuchungen an den anderen Brücken durchgeführt werden, um alle erforderlichen Reparaturen zu identifizieren.
Severinsbrücke: Sanierung steht bevor
Nach der Mülheimer Brücke wird auch die Severinsbrücke vollständig saniert. Hier sind insbesondere Schäden am Korrosionsschutz der Tragkabel problematisch. Zudem müssen beide Rampen der Brücke ersetzt werden. Die Stadt Köln schätzt die Kosten für Planung und Bau auf 324,5 Millionen Euro.
Die Arbeiten an der Severinsbrücke können jedoch erst 2030 beginnen, da zunächst die Arbeiten an der Mülheimer Brücke abgeschlossen und ein Baubeschluss eingeholt werden muss. Dies führt zu einer Lücke von etwa zwei Jahren zwischen dem Ende der Bauarbeiten an der Mülheimer Brücke und dem Beginn der Arbeiten an der Severinsbrücke.
Deutzer Brücke: Vorbereitungen für Großbaustelle
Obwohl die Sanierungsarbeiten an der Deutzer Brücke erst nach 2035 beginnen sollen, wird sie bereits 2026 zur Großbaustelle. Hierbei stehen vor allem Maßnahmen der Kölner Verkehrs-Betriebe im Fokus, die zusammen mit Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Zudem sind neue Beläge, Fugen und Teile für die Übergangskonstruktion an beiden Brückenseiten erforderlich.
Eine grobe Kostenschätzung für diese Arbeiten liegt derzeit noch nicht vor. Die Stadt plant jedoch, die Arbeiten idealerweise direkt nach dem Abschluss der Sanierung an der Severinsbrücke zu beginnen.
Zoobrücke: Langfristige Planung und Unsicherheiten
Die Zoobrücke, die mit über 100.000 Fahrzeugen pro Tag die meistbefahrene Rheinbrücke in Köln ist, soll erst in den 2040er-Jahren saniert werden. Zu diesem Zeitpunkt wird die Brücke fast 80 Jahre alt sein. Aktuell gilt aufgrund maroder Bauteile eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Bereits jetzt werden einige Schwachstellen durch Sofortmaßnahmen behoben, um die Befahrbarkeit der Brücke zu gewährleisten.
Die Stadt kann jedoch keine Garantie geben, dass die Brücke bis zur geplanten Sanierung uneingeschränkt befahrbar bleibt. Die Verantwortlichen betonen, dass es zu plötzlichen Schäden am Bauwerk kommen kann, weshalb weitere statische Verstärkungen erforderlich sind, die voraussichtlich umfangreiche bauliche Eingriffe nach sich ziehen werden. Ein Monitoring-System soll den Zustand der Brücke kontinuierlich überwachen.
Für die Region ist auch die Verkehrsprognose für die Autobahnen rund um Köln zu Ostern von Bedeutung, um die Auswirkungen der Sanierungsarbeiten besser einschätzen zu können.
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