Der aktuelle Stationsbericht 2025 für das Rheinland zeigt eine besorgniserregende Situation für die Bahnhöfe in Köln. Fünf Kölner Stationen wurden in die niedrigste Bewertungsgruppe eingestuft, was die Stadt zur am stärksten betroffenen im gesamten Verbundgebiet macht.
Der Bahnhof Köln-Ehrenfeld, an dem täglich etwa 12.400 Fahrgäste ein- und aussteigen, ist stark verschmutzt und von Vandalismus betroffen. Graffiti überziehen die Wände, und selbst künstlerische Versuche, die Umgebung zu verschönern, haben nicht zur Verbesserung beigetragen. Ehrenfeld zählt zu den vier am schlechtesten bewerteten Bahnhöfen im Rheinland und ist damit nicht allein. Die Deutsche Bahn führt neue Reinigungskräfte in ICE-Zügen ab Köln ein.
Zusätzlich zu Ehrenfeld sind auch die Bahnhöfe in Chorweiler, Longerich, Frankfurter Straße und Airport/Businesspark in der schlechtesten Kategorie eingestuft worden. Der Bericht bewertet insgesamt 195 Bahnhöfe im Rheinland und wird in diesem Jahr zum 13. Mal veröffentlicht, wobei die Ergebnisse die bisher schwächsten sind.
Rückgang der Bewertungen und steigende Probleme
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Bahnhöfe, die mit „sehr gut“ bewertet wurden, von 22 auf nur noch zehn gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der als inakzeptabel eingestuften Bahnhöfe von neun auf 16, was einem Anstieg von vier auf acht Prozent entspricht. Insgesamt erhielten 45 Prozent der bewerteten Stationen eine der beiden schlechtesten Noten. Sechs Bahnhöfe in der Eifel konnten aufgrund von Flutschäden nicht in die Bewertung einfließen.
Die Deutsche Bahn hat zusammen mit go.Rheinland und dem Land Nordrhein-Westfalen rund 22 Millionen Euro in die Reinigung der Bahnhöfe investiert. Die Beseitigung von Graffiti und Vandalismusschäden kostete zusätzlich einen einstelligen Millionenbetrag, wobei Schmierereien von einer Fläche von insgesamt 18.000 Quadratmetern entfernt wurden. Dies entspricht der Größe von drei Fußballfeldern. Zudem wurde der Einsatz von Sicherheitspersonal um 60 Prozent erhöht.
Koordinationsprobleme und mangelnde Fortschritte
Trotz dieser Maßnahmen zeigen die Ergebnisse wenig Verbesserung. Ein Sprecher der Bahn äußerte, dass die Bemühungen durch die nahezu Verdopplung der Vandalismusfälle im Gebiet von go.Rheinland 2025 stark beeinträchtigt werden. Auch neu installierte Ticketautomaten, von denen 330 im vergangenen Jahr aufgestellt wurden, sind nicht vor Beschädigungen gefeit. Die Bewertungen für Aufzüge und Zugangsbereiche sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gesunken.
Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, kündigte an, dass die Problemstationen gemeinsam mit der DB InfraGo genauer untersucht werden sollen. Wo nötig, sollen Mitarbeiter die Bahnhöfe persönlich besuchen, um konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die oft unübersichtlichen Zuständigkeiten zwischen Bahnbetreibern, Kommunen und Infrastruktureigentümern erschweren jedoch die Umsetzung. Reinkober betonte die Notwendigkeit, die genauen Zuständigkeiten zu klären und alle Beteiligten einzubeziehen, um die Bewertungen zu verbessern. Überlegungen zu einer Tempo-30-Zone am Rheinufer in Köln.
Initiativen zur Verbesserung der Situation
Die Bahn hat ein Sofortprogramm angekündigt, das mehr Sicherheitspersonal, häufigere Reinigungen und schnellere Reparaturen vorsieht. Im Rahmen eines Frühjahrsputzes sollen bis Ende Mai 200 Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen auf Vordermann gebracht werden, bundesweit sind es 1.400 Bahnhöfe.
Beispiele für gut geführte Bahnhöfe sind der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn, der sowohl gut besucht als auch positiv bewertet wird. Auch die kleine Station Heinsberg-Porselen, die täglich nur 40 Fahrgäste hat, wird als vorbildlich gepflegt angesehen. Für die Bahnhöfe in Köln sind solche Standards derzeit jedoch noch unerreichbar. Verkehrsprognose für die Autobahnen rund um Köln zu Ostern.
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