Die neue Beleuchtung des Kölner Doms hat eine bedeutende internationale Auszeichnung erhalten. Das Lichtkonzept, das seit Ostern des vergangenen Jahres in Betrieb ist, wurde mit dem „IALD Radiance Award 2026“ geehrt, der höchsten Auszeichnung für Lichtplanung weltweit. Diese Information wurde von der Rheinenergie bekannt gegeben. Der Preis wird seit 1983 jährlich von der International Association of Lighting Designers (IALD) verliehen.
Die Jury lobte besonders das gestalterische Konzept des Büros Licht Kunst Licht. Die neue Beleuchtung setzt auf gezielte Streif- und Akzentlichter, die die gotische Fassade des Doms differenzierter zur Geltung bringen als die vorherige Beleuchtung. Im Rahmen des Projekts wurden etwa 700 LED-Leuchten an der Fassade installiert, die die zuvor weiter vom Gebäude entfernten Strahler ersetzen.
Die technischen Daten der neuen Beleuchtung sind bemerkenswert. Die Anschlussleistung wurde von rund 54 auf etwa 11 Kilowatt reduziert, was einer Einsparung von fast 80 Prozent entspricht. Die Anlage ist vollständig dimmbar, verfügt über eine automatische Nachtabsenkung und nutzt warmweißes Licht mit 2.700 Kelvin, wobei UV- und Blauanteile vermieden werden. Der Einbau der Leuchten wurde so gestaltet, dass die historische Bausubstanz des Doms nicht beeinträchtigt wird.
Andreas Schulz, der Vorstandsvorsitzende von Licht Kunst Licht, betonte bei der Preisverleihung, dass das Projekt das Potenzial aufzeige, das entsteht, wenn Lichtplanung, Technik und Denkmalpflege effektiv zusammenarbeiten. An der Planung waren neben Licht Kunst Licht auch die Rheinenergie, die Stadt Köln und die Dombauhütte beteiligt. Die Arbeiten dauerten insgesamt rund fünf Jahre.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu der neuen Beleuchtung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte bereits im Vorfeld Bedenken geäußert. Vorstandsmitglied Manuela Franke bezeichnete das Vorhaben, den Dom nachts mit rund 800 LEDs und Scheinwerfern zu beleuchten, als „richtigen Schock“ und sprach von einer „weiteren Lichtsünde“ in Köln, die das Insektensterben verschärfen könnte. Frost und Schnee erwarten uns
Andreas Feicht, Vorstand der RheinEnergie, wies die Bedenken zurück. Er argumentierte, dass die LED-Technik mit punktgenauer Illumination und variabler Lichtfarbe die Situation für die Tierwelt am Dom verbessern würde. Auch ein Stadtsprecher erklärte, dass die neue Beleuchtung den negativen Einfluss von Lichtverschmutzung auf die Insektenbiomasse und -vielfalt berücksichtige. Zudem gibt es Überlegungen zu einer Tempo-30-Zone am Rheinufer in Köln, die ebenfalls in diesem Kontext diskutiert werden.
Ein weiterer Aspekt, der in der Öffentlichkeit diskutiert wird, ist die kulturelle Bedeutung der Beleuchtung. Lutz Schade übernimmt Präsidentschaft im Festkomitee des Kölner Karnevals, was zeigt, wie wichtig solche Projekte für das Stadtbild und die Identität Kölns sind.
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