Besucher des Kölner Doms werden künftig mit Eintrittskosten rechnen müssen. Das Domkapitel hat Anfang März angekündigt, dass Touristen für den Zugang zur Kathedrale bezahlen sollen. Domdechant Monsignore Robert Kleine hat die Entscheidung verteidigt und erste Informationen zu dem geplanten Ticketsystem bereitgestellt.
Das Eintrittssystem wird gestaffelt sein, so Kleine. Neben einem regulären Preis sind ermäßigte Tickets sowie kostenloser Zugang für bestimmte Gruppen vorgesehen. Die genauen Preise sind noch nicht festgelegt. Die Kalkulation soll sich an den Erhaltungsaufwendungen des Doms orientieren.
Steigende Kosten als Grund für die Maßnahme
Gottesdienstbesucher, Betende und Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins werden weiterhin freien Zugang haben. Kleine begründet die Einführung des Eintritts mit den gestiegenen Kosten für Sicherheit, Energie und Reinigung. Er äußerte, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die finanziellen Herausforderungen zu bewältigen. Vor der Entscheidung, Eintritt zu verlangen, hatte das Domkapitel versucht, durch erhöhte Preise für Turmbesteigungen und den Zugang zur Schatzkammer zusätzliche Einnahmen zu generieren. Zudem wurde ein Spendenbehälter aus Plexiglas aufgestellt, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Kleine berichtete, dass bei rund 20.000 Besuchern am Ende eines Tages nur 700 Euro in dem Behälter waren.
Ein weiterer Aspekt, der zur finanziellen Belastung beiträgt, sind die Überlegungen zu einer Tempo-30-Zone am Rheinufer in Köln, die ebenfalls diskutiert werden. Das Verhalten einiger Besucher trägt ebenfalls zu höheren Reinigungskosten bei. Kleine erklärte, dass der gesamte Boden alle zwei Nächte feucht gereinigt werden muss. Er nannte als Beispiel Kaugummi, der im Inneren des Doms hinterlassen wird, auch auf dem historischen Mosaik von 1880 am Dreikönigsschrein. Kleine äußerte sein Unverständnis darüber, dass Besucher im Dom Kaugummi ausspucken.
Die Entscheidung, Eintritt zu verlangen, könnte auch durch die internationale Auszeichnung für die neue Beleuchtung des Kölner Doms beeinflusst worden sein, die zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Erhaltungsmaßnahmen lenkt. Die Einführung eines Ticketsystems könnte somit auch als notwendiger Schritt zur Sicherstellung der zukünftigen Erhaltung des Doms angesehen werden.
Zusätzlich wurden Preisanpassungen für das Deutschlandticket beschlossen, die ab 2027 in Kraft treten sollen. Diese Entwicklungen zeigen, dass auch andere Bereiche von finanziellen Herausforderungen betroffen sind.
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Bildquelle: ai-generated-gemini