In Nordrhein-Westfalen haben die Bürgerinnen und Bürger in 17 Städten die Möglichkeit, über eine Bewerbung für die Olympischen Spiele abzustimmen. In Köln haben mehr als 800.000 Wahlberechtigte ihre Stimme abgegeben, und die Auszählung der Stimmen hat am Abend begonnen.
Abstimmung über Olympia in Köln und Umgebung
Am Sonntag fand in Köln sowie in 16 weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen ein Bürgerentscheid statt, bei dem die Bevölkerung über die Teilnahme an einer Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 abstimmen konnte. In Köln waren etwa 812.000 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt, und die Abstimmungsbriefe konnten bis 16 Uhr in den entsprechenden Auszählungsbüros abgegeben werden.
Ergebnisse und zentrale Veranstaltung
Die ersten Ergebnisse der Abstimmung in Köln werden für 19.30 Uhr erwartet, während das endgültige Ergebnis am späten Abend bekannt gegeben werden soll. In Deutz findet am Abend eine zentrale Veranstaltung statt, an der Ministerpräsident Hendrik Wüst und Oberbürgermeister Torsten Burmester teilnehmen.
Voraussetzungen für eine gültige Zustimmung
Für eine gültige Zustimmung zur Olympia-Bewerbung ist in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, wie Köln, eine Zustimmung von mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten erforderlich. Sollte das Votum in einer Stadt negativ ausfallen, wird diese aus der Bewerbung ausgeschlossen. In diesem Fall sind alternative Konzepte mit anderen Sportstätten vorgesehen. Weitere Überlegungen zu einer Tempo-30-Zone am Rheinufer in Köln könnten ebenfalls in den Entscheidungsprozess einfließen.
Öffentliche Meinung zur Olympia-Bewerbung
Eine Umfrage ergab, dass 54 Prozent der Befragten in den 17 Städten für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele sind. Neben Köln stimmen auch die Städte Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal ab. Besonders interessant ist das Rheinische Derby: 1. FC Köln trifft auf Borussia Mönchengladbach im TV, das die lokale Begeisterung für Sportereignisse widerspiegelt.
Konzept für die Olympischen Spiele in NRW
Das Konzept für die Olympischen Spiele in Nordrhein-Westfalen setzt auf die Nutzung bestehender Sportstätten und plant, Neubauten zu vermeiden. In Köln sind ein temporäres Leichtathletikstadion und ein Athletendorf vorgesehen. Ministerpräsident Wüst hat für die Spiele geworben und spricht von einer kompakten und nachhaltigen Veranstaltung mit einem angestrebten Zuschauerrekord von 14 Millionen Tickets.
Weitere Bewerbungen und Entscheidungsprozess
Ein positives Votum in Köln würde jedoch nicht automatisch zur Durchführung der Olympischen Spiele führen, da sich auch andere Städte wie München, Hamburg und Berlin um die Austragung bewerben. München hat bereits eine Zwei-Drittel-Mehrheit bei seinem Bürgerentscheid erzielt, während Hamburg am 31. Mai abstimmen wird. Berlin plant, das Abgeordnetenhaus über die Bewerbung entscheiden zu lassen.
Entscheidung des DOSB und IOC
Der Deutsche Olympische Sportbund wird am 26. September über den deutschen Bewerber entscheiden. Bis Anfang Juni haben die Städte die Möglichkeit, ihre Konzepte zu überarbeiten. Das Internationale Olympische Komitee wird voraussichtlich erst 2027 über den endgültigen Austragungsort entscheiden.
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