Die Ukraine hat in den letzten Jahren zunehmend kostengünstige Drohnen eingesetzt, um sich gegen die russischen Angreifer zu verteidigen. Armin Papperger, der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, äußerte jedoch Zweifel an der Technologie und verglich sie mit „Lego-Bausteinen“.
Papperger sorgte mit seinen Äußerungen über die ukrainische Drohnenindustrie für Spott und Empörung. In einem Interview mit einem Magazin stellte er infrage, ob die Entwicklungen in der Ukraine tatsächlich innovativ seien. „So spielt man mit Lego-Steinen“, sagte er. „Was ist die Innovation der Ukraine?“ Er bezweifelte, dass es einen technologischen Durchbruch gegeben habe und bezeichnete die Entwicklungen als beeindruckend, jedoch nicht auf dem Niveau von Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin oder Rheinmetall.
Ukrainische Drohnen und ihre Erfolge
Die Ukraine hat seit Beginn der russischen Vollinvasion kontinuierlich neue Drohnen entwickelt. Besonders unbemannte Fluggeräte, die oft aus handelsüblichen Kleindrohnen bestehen und mit Sprengstoff ausgestattet sind, haben den russischen Streitkräften erhebliche Verluste zugefügt. Die ukrainische Rüstungsindustrie hat zudem eigene Kriegsdrohnen entwickelt, die sich meist für unter 1.000 Euro herstellen lassen und in der Lage sind, schweres Militärgerät der russischen Truppen im Wert von mehreren Millionen Euro zu zerstören.
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall ist bekannt für die Herstellung von Panzern, Artillerie, Munition und Militär-Lkw. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen mit 33.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 9,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 29 Prozent entspricht. Die Hauptzentrale befindet sich in Düsseldorf, während das größte Werk in Unterlüß in Niedersachsen liegt. Einschnitte in der Ölversorgung belasten Russland.
Reaktionen auf Pappergers Aussagen
Die Reaktionen auf Pappergers Äußerungen in der Ukraine waren einheitlich negativ. Der ukrainische Drohnenhersteller SkyFall erklärte, dass, wenn eine Drohne, die von ukrainischen „Hausfrauen“ gebaut wurde, ausreicht, um Panzer und Artillerie auszuschalten, dies ein Zeichen für die neue Ära der „Hausfrauen“ sei.
Alexander Kamyshin, Berater des ukrainischen Präsidenten für strategische Fragen, kommentierte auf X, dass die ukrainischen „Lego-Drohnen“, die von Hausfrauen in ihren Küchen gebaut wurden, bereits mehr als 11.000 russische Panzer zerstört hätten. US-Stärkung im Nahen Osten zeigt, wie wichtig militärische Unterstützung in Krisenzeiten ist.
Richard Woodruff, ein britischer Freiwilliger, der seit 2022 in der Ukraine tätig ist, teilte ein Bild von sich vor einem Stapel von Drohnen und bemerkte spöttisch, dass er erst heute erfahren habe, dass er „eine ukrainische Hausfrau“ sei.
Rheinmetall reagiert auf die Kritik
Der deutsche Militärexperte Nico Lange äußerte auf X, dass die Überheblichkeit mancher in der Bundeswehr, Industrie und Politik gegenüber der neuen Kriegsökonomie mit massenhaft kostengünstigen Drohnen und Raketen ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko darstellen könnte.
Rheinmetall hat auf die Kritik an Pappergers Äußerungen reagiert. In einer Mitteilung auf X erklärte das Unternehmen, dass es den höchsten Respekt vor den Leistungen der Ukrainer bei der Verteidigung ihres Landes gegen den russischen Angriff habe. Jeder Mann und jede Frau in der Ukraine leiste einen unschätzbaren Beitrag, und die innovative Stärke sowie der Kampfgeist der Ukrainer seien eine Inspiration. Rheinmetall ist dankbar, die Ukraine mit seinen Mitteln unterstützen zu können. Warum könnten Chinas U-Boote eine strategische Bedrohung für die USA darstellen?
Die Diskussion um die ukrainische Drohnenproduktion und die Reaktionen auf Pappergers Kommentare verdeutlichen die unterschiedlichen Perspektiven auf die Rolle von Technologie und Innovation im modernen Krieg.
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Bildquelle: C.Stadler/Bwag via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)