Ein tragischer Vorfall in Italien hat die Öffentlichkeit erschüttert: Ein 47-jähriger Familienvater verlor sein Leben, nachdem er Zivilcourage gezeigt hatte. Sein kleiner Sohn musste das grausame Geschehen mit ansehen. Inzwischen wurden mehrere Jugendliche festgenommen.
Angriff in Massa: Ein Vater wird brutal attackiert
In der toskanischen Stadt Massa wurde Giacomo Bongiorni am 11. April von einer Gruppe Jugendlicher getötet. Der Vorfall ereignete sich auf der Piazza Felice Palma, nur wenige Schritte von Polizeistationen entfernt. Die italienischen Behörden konnten bereits drei Tatverdächtige festnehmen, darunter ein minderjähriger Täter.
Die Ermittler stützten sich auf Überwachungsvideos, um die Angreifer zu identifizieren, die Bongiorni das Leben nahmen. Besonders erschütternd ist, dass sein elfjähriger Sohn während des Angriffs anwesend war. Laut Berichten kniete der Junge neben seinem Vater, hielt seine Hand und flehte: „Papa, steh auf. Bitte steh auf.“ Der Junge wurde später mit einem schweren Schock ins Krankenhaus gebracht.
Der Auslöser: Eine Bitte um Rücksichtnahme
Am besagten Abend war Bongiorni mit seiner Partnerin Sara Tognocchi, seinem Schwager Gabriele und seinem Sohn unterwegs. Gegen 21:30 Uhr trafen sie auf eine Gruppe von Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren, die betrunken Glasflaschen gegen Schaufenster warfen. Gabriele bat sie höflich, damit aufzuhören, was jedoch zu einem sofortigen Übergriff führte.
Bongiorni eilte seinem Schwager zur Hilfe, doch die Jugendlichen gingen brutal auf beide Männer los. Sie hörten nicht auf, selbst als Gabriele zu Boden fiel und Blut floss. Sara Tognocchi zog ihren Sohn weg, aus Angst, die Angreifer könnten auch auf ihn losgehen. „Sie haben erst aufgehört, als sie merkten, dass sie ihn (Bongiorni) umgebracht hatten“, sagte sie.
Festnahmen und Ermittlungen
Die Carabinieri nahmen am Sonntagabend, dem 12. April, zwei Erwachsene und einen Minderjährigen fest. Die beiden Erwachsenen sind rumänischer Herkunft. Das Jugendgericht in Genua erließ einen Haftbefehl gegen den minderjährigen Verdächtigen. Alle drei stehen unter dem Verdacht des Mordes.
Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an, um die genauen Umstände des Todes zu klären. Insbesondere soll untersucht werden, ob Bongiorni durch die Schläge oder durch einen Sturz starb. Seine Partnerin äußerte sich klar: „Er ist nicht wegen eines Sturzes gestorben. Sie haben erst aufgehört, als er keine Reaktion mehr zeigte.“
Reaktionen aus der Politik und der Gemeinde
Die Stadt Massa ist in einem Zustand des Schocks. Bürgermeister Francesco Persiani rief für den Tag der Beerdigung die Stadttrauer aus und forderte sofortige Maßnahmen. In einem Dringlichkeitstreffen mit dem Bürgermeister von Carrara und dem Provinzpräsidenten wurden folgende Maßnahmen beschlossen:
- Bars und Lokale müssen künftig spätestens um 1:30 Uhr schließen.
- Der Verkauf von Glasflaschen ist nach 22 Uhr untersagt.
- Die Kontrollen zum Alkoholverbot für Minderjährige werden bis zum 31. Mai verschärft.
Ein Abgeordneter der Lega forderte ein Dringlichkeitstreffen mit dem Innenminister, um die Sicherheitsmaßnahmen in der Region zu verschärfen. Die Senatorin von Italia Viva bezeichnete den Vorfall als Versagen des Staates in Bezug auf die öffentliche Sicherheit. Der Bischof von Massa-Carrara rief zu einer Mahnwache für Bongiorni auf.
Ein Leben voller Pläne, das abrupt endete
Sara Tognocchi und Giacomo Bongiorni hatten für Juli eine Hochzeit geplant und eine gemeinsame Zukunft im Blick. „Er war ein besonderer Mensch“, sagte sie. „Sanft und zärtlich, einer, der weiß, wie man liebt. Wir wollten zusammen alt werden, Hand in Hand.“ Jetzt bleibt ihr nur die Erinnerung, und sie äußerte: „Ich weiß nicht mehr, wie ich das schaffen soll. Ich will ihn nur wieder in meinen Armen haben.“
Bildquelle: SkeLeBon via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)