In der Ukraine hat ein Drohnenabsturz einen Waldbrand in der Nähe des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl ausgelöst. Die Löscharbeiten werden durch die aktuellen Wetterbedingungen erschwert. Obwohl keine erhöhten Strahlungswerte festgestellt wurden, besteht die Möglichkeit, dass radioaktive Stoffe in die Atmosphäre gelangen.
Waldbrand in der Sperrzone von Tschernobyl
Der Brand breitet sich auf einer Fläche von etwa 1100 Hektar aus, wie die örtlichen Behörden berichteten. Der Wind trägt zur Komplexität der Löscharbeiten bei. Die Strahlungswerte liegen laut den zuständigen Stellen „innerhalb der normalen Grenzen“. Ein Bild, das vom staatlichen Rettungsdienst veröffentlicht wurde, zeigt eine große Rauchsäule, die über dem betroffenen Gebiet aufsteigt.
Ursprung der Drohne unklar
Die genauen Umstände des Drohnenabsturzes sind bislang unklar. Die Drohne stürzte am Donnerstag in der Nähe des stillgelegten Atomkraftwerks ab, an dem 1986 die schwerste Nuklearkatastrophe der Geschichte stattfand. Infolge dieser Katastrophe wurde eine 30 Kilometer umfassende Sperrzone eingerichtet, aus der Hunderttausende Menschen evakuiert wurden. Das Gebiet ist bis heute stark kontaminiert. Weitere Informationen zur Strahlung in Deutschland finden Sie hier.
Risiken durch Waldbrände
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz können bei einem Waldbrand in der Umgebung von Tschernobyl die radioaktiven Stoffe, die seit der Atomkatastrophe abgelagert wurden, in die Luft gelangen. Diese Stoffe könnten mit dem Rauch aufsteigen und durch Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und Aktivität dieser Stoffe seien jedoch nicht mit den Verhältnissen der Katastrophe von vor 40 Jahren zu vergleichen. Dennoch können bei großen Waldbränden auch außerhalb der Sperrzone radioaktive Stoffe in der Luft nachgewiesen werden. Dies wurde auch in Bezug auf die Einschnitte in der Ölversorgung diskutiert.
Vorwürfe gegen Russland
Die Ukraine hat Russland wiederholt beschuldigt, Angriffe auf Atomanlagen, einschließlich Tschernobyl, durchzuführen. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle des Atomkraftwerks durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt. Ein erheblicher Rückschlag für Russland könnte die Situation weiter verschärfen.
„Die Situation ist besorgniserregend, da wir die Auswirkungen solcher Brände auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen nicht unterschätzen dürfen“, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz.
„`
Quellen: n-tv
Bildquelle: Arne Müseler via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)