Politik
US-Truppenverlegung in den Nahen Osten: 3000 Fallschirmjäger auf dem Weg zur iranischen Insel Charg
24.03.2026, 19:54 Uhr
Washington hat beschlossen, Teile der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten zu entsenden. Dies umfasst 3000 Fallschirmjäger, was die Möglichkeit eines US-Angriffs auf die iranische Ölinsel Charg wahrscheinlicher erscheinen lässt.
Nach Berichten verschiedener Medien hat der Kommandeur der 82. Division bereits seine Befehle zur Verlegung erhalten. Weitere Anweisungen werden in den nächsten Stunden erwartet, wie das Wall Street Journal berichtet. Ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters betonte jedoch, dass noch keine endgültige Entscheidung über den Einsatz der Fallschirmjäger getroffen wurde.
Bereits am Vortag hatte die New York Times berichtet, dass das Pentagon die Möglichkeit eines Einsatzes einer Brigade der Division gegen den Iran prüfe. Diese „Schnelle Eingreiftruppe“ besteht aus etwa 3000 Soldaten, die innerhalb weniger Stunden weltweit einsatzbereit sind. Ein Angriff auf die iranische Ölinsel Charg, über den seit Tagen spekuliert wird, könnte in Betracht gezogen werden.
Die Lage der Insel Kharg
Eine weitere Option, die in den Berichten erwähnt wird, ist ein Angriff auf Charg durch etwa 2500 US-Marines, die sich derzeit auf dem Weg in die Region befinden und noch in dieser Woche erwartet werden. In diesem Szenario könnten die Fallschirmjäger nach einer erfolgreichen Landung zum Einsatz kommen und die Marines ablösen. Allerdings bringt die „Schnelle Eingreiftruppe“ den Nachteil mit sich, dass sie keine schwere Ausrüstung wie gepanzerte Fahrzeuge mitführt, die im Falle eines iranischen Gegenangriffs Schutz bieten könnten.
Die 82. Division, die in Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina stationiert ist, zählt mit rund 14.000 Soldaten zu den renommiertesten Einheiten des US-Militärs und stellt den größten Luftlandeverband weltweit dar. Diese Spezialtruppe wurde 1917 gegründet und hat sich in bedeutenden Militäroperationen des Zweiten Weltkriegs hervorgetan, darunter die alliierte Landung in der Normandie und die Schlacht in den Ardennen.
Die Division war auch in Vietnam aktiv, beteiligte sich 1991 an der Befreiung Kuwaits und war 2003 am Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein beteiligt. Auch in Afghanistan war die Einheit stationiert. Die „Schnelle Eingreiftruppe“ hat den Auftrag, innerhalb von 18 Stunden nach Alarmierung an jedem Ort der Welt gefechtsbereit zu sein. Saudi-Arabien hat bereits Anzeichen für bevorstehende militärische Aktivitäten gegen Iran signalisiert, was die Situation weiter kompliziert.
Zusätzlich haben Lufthansa und Partnerairlines ihre Nahost-Flüge bis Herbst ausgesetzt, was die geopolitischen Spannungen in der Region widerspiegelt.
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Bildquelle: depositphotos