Wladimir Putin schlägt Alarm – die russische Wirtschaft steht vor ernsthaften Herausforderungen.
Wirtschaftliche Lage verschlechtert sich
Die russische Wirtschaft zeigt Anzeichen einer ernsthaften Krise, und Kremlchef Wladimir Putin hat die Verantwortung an seine Regierung übertragen. In den ersten beiden Monaten des Jahres ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Russlands um 1,8 Prozent gesunken, wie Putin in einer Regierungssitzung berichtete. Dies steht im Gegensatz zu den Prognosen der Zentralbank, die ein Plus von 1,6 Prozent für das erste Quartal erwartet hatte. Selbst wenn ein Teil des Rückgangs auf die höhere Anzahl an Sonn- und Feiertagen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen ist, fordert der Präsident nun Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft.
Branchen in der Krise
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind in nahezu allen Sektoren spürbar. Besonders betroffen sind der verarbeitende Sektor, der Güterverkehr, die Industrieproduktion und der Bausektor. So hat die Baufirma Samoljot, eine der größten des Landes, im Februar erfolglos um einen subventionierten Kredit von über 550 Millionen Euro gebeten. Der Chef der Staatsbank VTB, Andrej Kostin, prognostizierte, dass es „mehrere Jahre“ dauern könnte, bis das Unternehmen wieder auf Kurs ist. Experten warnen zudem vor einer Welle von Insolvenzen im Bausektor. Ein weiterer Faktor, der die Situation verschärft, sind die Einschnitte in der Ölversorgung, die Russland stark belasten.
Ursachen der Krise
Die Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind vielfältig und hängen eng mit dem von Putin angeordneten Krieg gegen die Ukraine zusammen. Die Sanktionen, die aufgrund der Invasion verhängt wurden, haben Russland von ausländischen Technologien und Investitionen abgeschnitten. Der hohe Leitzins von 15 Prozent der Zentralbank hemmt die Investitionstätigkeit im Inland, da Kredite teurer sind als die potenziellen Gewinne aus den Investitionen.
Kritik an der Zentralbank
Die Zentralbank sieht sich seit einiger Zeit der Kritik von Unternehmerverbänden ausgesetzt. Der Zinssatz wurde nicht aus Willkür erhöht, sondern um die Inflation zu bekämpfen und den Rubel zu stabilisieren. Zu Beginn des Krieges war das Ziel, die Bürger davon abzuhalten, ihre Ersparnisse abzuziehen und in Devisen zu tauschen. Später musste die Zentralbank den Inflationsdruck ausgleichen, der durch die staatlichen Gelder im Rüstungssektor entstanden ist.
Umstellung auf Kriegswirtschaft
Die gesamte Wirtschaft wurde seit 2022 auf die Bedürfnisse des Krieges umgestellt. Während das BIP in den ersten drei Kriegsjahren von der Umstellung auf eine Kriegswirtschaft profitierte, da die Staatsaufträge für den Rüstungssektor das Wachstum antrieben, hat sich dieses Modell mittlerweile überholt. Bereits 2025 konnte der Boom in den Waffenfabriken die Krise im zivilen Sektor nicht mehr überdecken.
Strukturelle Mängel und Steuererhöhungen
Die strukturellen Mängel der Volkswirtschaft, wie niedrige Arbeitsproduktivität und Fachkräftemangel, sind weiterhin präsent. Der Volkswirt Dmitri Nekrassow erklärte, dass die Front „wie ein Staubsauger“ wirkt und weitere Arbeitskräfte aus der Wirtschaft abzieht. Um den Krieg zu finanzieren, hat der Staat nicht nur hohe Schulden aufgenommen, sondern auch neue Steuern eingeführt, darunter höhere Gewinn- und Mehrwertsteuern.
Inflation und Lebenshaltungskosten
Die offizielle Inflationsrate liegt bei etwas über 5 Prozent, doch die Bürger spüren im Alltag, dass ihre Kaufkraft sinkt, da die Preise für alltägliche Produkte stark gestiegen sind. Zudem zeigen sich die Nebenwirkungen des Krieges: Die Ukraine hat es geschafft, den Konflikt auf russisches Territorium zu bringen, was zu erheblichen Schäden in der Ölindustrie führt. Die ständigen Drohnenangriffe und die Abschaltung des Internets verschärfen die Probleme, insbesondere für digitalisierte Wirtschaftszweige.
Ölpreise als kurzfristige Erleichterung
Eine kurzfristige Erleichterung für Russland brachte der von US-Präsident Donald Trump initiierte Iran-Krieg. Im April stiegen die Einnahmen aus der wichtigsten Ölsteuer auf über 8 Milliarden Euro. Die hohen Preise für Öl, Gas und Düngemittel bieten dem russischen Finanzminister eine vorübergehende Atempause. Dennoch endete das erste Quartal mit einem Rekorddefizit von über 50 Milliarden Euro, was 21 Prozent über den ursprünglichen Jahresplan liegt. Experten warnen jedoch, dass der Ölpreisschock wenig Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben wird, da der erstarkende Rubel und die hohen Kreditkosten die Investitionen weiterhin hemmen. Zudem reagieren die Märkte auf globale Unruhen, was sich auch im Goldpreis widerspiegelt.
Politische Dimensionen
Ein weiterer Aspekt ist die diplomatische Kommunikation. Ungarn kommuniziert mit Russland während EU-Treffen, was die geopolitische Lage zusätzlich kompliziert.
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Bildquelle: The Presidential Press and Information Office via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)