Trotz der zunehmenden Angriffe des Iran auf ihr Territorium haben sich die Golfstaaten bislang aus dem von Israel und den USA geführten Krieg herausgehalten. Einem aktuellen Bericht zufolge könnte sich diese Haltung jedoch ändern.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) planen laut einem Medienbericht, den USA und ihren Verbündeten bei der gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu unterstützen. Dies berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf arabische Beamte. Damit würden die Emirate das erste Land am Persischen Golf, das aktiv in den Konflikt eingreift. Offiziellen Angaben zufolge beabsichtigen die VAE, sich für eine Resolution im UN-Sicherheitsrat einzusetzen, die ein solches Vorgehen legitimieren würde. Diplomaten des Landes haben die USA sowie Militärmächte in Europa und Asien aufgefordert, eine Koalition zu bilden, um die Straße von Hormus gegebenenfalls mit Gewalt zu öffnen. Sollte die Resolution scheitern, wären die VAE dennoch bereit, sich an den Bemühungen zur Befreiung der Straße von Hormus zu beteiligen, so der Bericht weiter.
Darüber hinaus wenden sich Saudi-Arabien und andere Golfstaaten zunehmend gegen das iranische Regime. Laut arabischen Vertretern wird befürwortet, den Krieg fortzusetzen, bis das Mullah-Regime geschwächt oder gestürzt ist. Bisher haben sie jedoch noch keinen Militäreinsatz angekündigt. Bahrain, ein enger Verbündeter der USA und Standort der 5. US-Flotte, unterstützt die UN-Resolution, über die voraussichtlich am Donnerstag abgestimmt wird. Der neu gewonnene, selbstbewusstere Kurs der VAE stellt einen grundlegenden Wandel in ihrer strategischen Ausrichtung dar, berichten Beamte eines Golfstaates.
Ein Vertreter der VAE erklärte, das Land habe seine Möglichkeiten zur Unterstützung der Sicherung der Meerenge überprüft, einschließlich der Bemühungen, die Meerenge von Minen zu räumen und weitere Unterstützungsleistungen zu erbringen. Der Golfstaat habe zudem empfohlen, dass die USA Inseln in der strategischen Wasserstraße besetzen sollten, darunter Abu Musa, die seit einem halben Jahrhundert vom Iran gehalten und von den VAE beansprucht wird.
Das emiratische Außenministerium betonte, dass es einen „breiten globalen Konsens darüber gibt, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus gewahrt bleiben muss“. Ein VAE-Vertreter wurde mit den Worten zitiert, dass das iranische Regime glaube, um sein Überleben zu kämpfen und bereit sei, die Weltwirtschaft zu gefährden, indem es die Straße von Hormus abriegele.
Risiken einer militärischen Beteiligung
Die mögliche Beteiligung der VAE an der Befreiung der Straße von Hormus birgt jedoch Risiken, da sie Spannungen hervorrufen könnte, die über das Kriegsende hinaus anhalten. Nachdem die Angriffe wochenlang auf einem niedrigen Niveau stattfanden, haben die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Emirate in den letzten Tagen stark zugenommen.
Allein am Dienstag wurden fast 50 ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen abgefeuert. Teheran warnte, dass es die lebenswichtige zivile Infrastruktur jedes Golfstaates zerstören werde, der eine Operation zur Eroberung seines Territoriums unterstütze, wobei die VAE ausdrücklich erwähnt wurden.
Änderung der Position der VAE
Der Iran hat mehr Raketen und Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert als auf jedes andere Land, einschließlich Israel – insgesamt fast 2500, bilanziert das Wall Street Journal. Dennoch haben die Emirate, wie auch die übrige Golfregion, lange versucht, sich nicht als Kriegspartei zu definieren.
Offizielle Vertreter der Golfstaaten erklärten nun, dass sich die Position der VAE geändert habe. Vor dem Kriegsausbruch am 28. Februar betrachteten die VAE den Iran als schwierigen Nachbarn mit nachvollziehbaren politischen Positionen. Der Ausbruch des Krieges habe jedoch ein völlig anderes Regime offenbart, das mit Angriffen auf Hotels und Flughäfen Panik verbreiten wolle. Ein neuer Ansatz für Frieden könnte hier von Bedeutung sein.
Zusätzlich gibt es Anzeichen für bevorstehende militärische Aktivitäten gegen Iran, die die Situation weiter komplizieren könnten.
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