Nachrichten aus Köln und der Region

Aktuelles Echo
Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Konflikt: Ein Überblick über die Situation Aktuelle Entwicklungen im Ukraine-Konflikt: Ein Überblick über die Situation Vor 29 Minuten Entdeckungsreise von Köln nach Groß-Umstadt während der Sommerferien Entdeckungsreise von Köln nach Groß-Umstadt während der Sommerferien Vor 5 Stunden Glühender Punkt am Himmel über Köln und NRW: Erklärung für das Phänomen Glühender Punkt am Himmel über Köln und NRW: Erklärung für das Phänomen Vor 8 Stunden Steigende Ölpreise über 90 Dollar: Autofahrer in Deutschland spüren die Folgen Steigende Ölpreise über 90 Dollar: Autofahrer in Deutschland spüren die Folgen Vor 11 Stunden Strahlendes Phänomen über Köln und NRW: Unbekanntes Objekt erregt Aufmerksamkeit Strahlendes Phänomen über Köln und NRW: Unbekanntes Objekt erregt Aufmerksamkeit Vor 11 Stunden Schock auf Chinas Straßen: BYD Tang verliert Motor und sorgt für Aufsehen Schock auf Chinas Straßen: BYD Tang verliert Motor und sorgt für Aufsehen Vor 11 Stunden Betrugsgefahren für Autofahrer: Tipps für einen sicheren Urlaub in Italien Betrugsgefahren für Autofahrer: Tipps für einen sicheren Urlaub in Italien Vor 11 Stunden Brenda Fricker: Ein verlustreicher Abschied für die Welt des Films Brenda Fricker: Ein verlustreicher Abschied für die Welt des Films Vor 11 Stunden Juli-Temperaturen sinken: Sommerliche Wärme kommt am Wochenende zurück Juli-Temperaturen sinken: Sommerliche Wärme kommt am Wochenende zurück Vor 11 Stunden Unglücklicher Zwischenfall: 13-Jähriger stirbt während WM-Feierlichkeiten in Spanien. Unglücklicher Zwischenfall: 13-Jähriger stirbt während WM-Feierlichkeiten in Spanien. Vor 11 Stunden

Kasachstan trennt sich von russischem Strom und verfolgt eigene Energieziele.

Kasachstan plant, ab 2027 keinen Strom mehr aus Russland zu importieren, was einen bedeutenden Schritt zur Energieunabhängigkeit darstellt. Diese Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf die geopolitischen Beziehungen in der Region haben.

Kasachstan trennt sich von russischem Strom und verfolgt eigene Energieziele.
depositphotos

Über viele Jahre war Kasachstan eng mit Russland verbunden, doch nun vollzieht das Land einen deutlichen Kurswechsel. Der angekündigte Stopp der russischen Energieimporte ab 2027 stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit dar und ist zugleich eine weitere Niederlage für die neo-zaristische Politik Wladimir Putins.

🎁 Gewinnspiel

Jetzt Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an und nimm automatisch an unserem Gewinnspiel teil. Wir verlosen 500 × 100 € Wunschgutscheine unter allen Abonnenten.

Wie der stellvertretende Energieminister Sungat Yessimkhanov am 5. Mai 2026 bekanntgab, wird Kasachstan ab dem Jahr 2027 keinen Strom mehr aus Russland beziehen. Dies markiert einen strategischen Befreiungsschlag für das zentralasiatische Land, das nach Fläche eines der größten der Welt ist, und kommt früher als erwartet. Die Abkehr von der jahrzehntelangen Verflechtung mit dem russischen Stromnetz ist ein klares Signal für die Region.

„Wenn wir alle geplanten Energieanlagen bis Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres in Betrieb nehmen, dann werden wir 2027 überhaupt nichts mehr aus Russland kaufen“, erklärte Yessimkhanov.

Das Stromdefizit in Kasachstan hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verringert: 2024 betrug es 2,1 Milliarden Kilowattstunden (kWh), 2025 lag es bei 1,5 Milliarden kWh (Produktion 123,1 Mrd. kWh, Verbrauch 124,6 Mrd. kWh). Für 2026 rechnet die Regierung mit einem Restdefizit von unter 1,5 Milliarden kWh, das noch durch Importe gedeckt werden soll. Ab 2027 soll die Bilanz jedoch ausgeglichen sein. Im vergangenen Jahr importierte Kasachstan noch 3,7 Milliarden kWh Strom.

Kohlenstoff, Strom und erneuerbare Energien

Die schrittweise Entkopplung vom russischen Stromnetz ist Teil eines der ehrgeizigsten Energieausbauprogramme Zentralasiens. Die kasachische Regierung arbeitet an 81 Energieprojekten mit einer Gesamtleistung von 15,3 Gigawatt und Investitionen von über 13 Billionen Tenge (rund 25 Milliarden US-Dollar). Viele dieser Projekte sollen bis zum ersten Quartal 2027 ans Netz gehen. In diesem Jahr wird ein neues Wärmekraftwerk in Kyzylorda (240 MW) in Betrieb genommen. Allein im Jahr 2026 sollen 2,6 GW neuer Kapazität installiert werden, um das Defizit bereits im ersten Quartal 2027 zu beseitigen.

Im Vergleich dazu plant die deutsche Bundesregierung seit mehreren Jahren den Zubau von Gaskraftwerken mit insgesamt rund 10 GW Kapazität, von denen die ersten frühestens 2031 ans Netz gehen.

Bis Ende 2029 sind weitere 13,3 Gigawatt an Kapazität vorgesehen, darunter 5,9 Gigawatt aus erneuerbaren Energien. Bis 2035 soll die gesamte neue Erzeugungskapazität sogar über 26 Gigawatt betragen, einschließlich Kernkraft und umweltfreundlicher Kohleverstromung. Im Rahmen eines nationalen Kohle-Kraft-Projekts bis 2030 sind acht neue Kraftwerke mit insgesamt 5,3 GW geplant, darunter das große Kohlekraftwerk Ekibastuz GRES-3 (2,64 GW) und Anlagen in Kurchatov (700 MW), Zhezkazgan, Kokshetau, Semey und Ust-Kamenogorsk (Oskemen).

Stromnetz und internationale Partnerschaften

Zusätzlich plant Kasachstan den Ausbau des Stromnetzes, um die westlichen Regionen besser anzubinden und regionale Ungleichgewichte auszugleichen. Bis Ende 2027 sollen mehrere Tausend Kilometer neuer Hochspannungsleitungen im neuntgrößten Land der Welt entstehen.

Besonders auffällig ist die bewusste Abkehr von russischen Partnern bei den neuen Großprojekten. Frühere Pläne für eine russische Beteiligung und zinsgünstige 15-jährige Finanzierung bei Wärmekraftwerken in Semey, Kokshetau und Ust-Kamenogorsk wurden verworfen. Das Kokshetau-Kraftwerk wird nun allein von kasachischer Seite gebaut, während die beiden anderen durch ein kasachisch-singapurianisches Konsortium unter Beteiligung des Staatskonzerns Samruk-Energo realisiert werden. Russische Finanzierungszusagen in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar blieben aus.

Beim Ausbau des Kohlekraftwerks Ekibastuz GRES-2 wurden russische Turbinen und Generatoren durch chinesische Technik von Harbin Electric International ersetzt, was zu einer Kostenersparnis von rund 500 Millionen Dollar führte. Auch bei den geplanten Kernkraftwerken fiel die Wahl auf chinesische Partner.

Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU

Gleichzeitig intensiviert Kasachstan die Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU in den Bereichen Energie, Infrastruktur und kritische Rohstoffe. Während Astana seine Ölexporte nach Deutschland ausbaut, treiben beide Seiten Projekte zu erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff voran. Deutschland betrachtet das rohstoffreiche Land zunehmend als strategischen Partner für die europäische Energiewende. Bereits 2023 eröffnete Deutschland ein eigenes Büro für Wasserstoffdiplomatie in Astana.

Dieser energiepolitische Schwenk trifft Russland besonders hart: Moskau verliert nicht nur einen der wichtigsten Abnehmer für seinen Strom, sondern auch die Möglichkeit, Energie als Druckmittel gegen das Nachbarland einzusetzen. Dies stellt einen weiteren strategischen Verlust in seinem ehemaligen Einflussbereich seit dem Ukraine-Krieg dar. Statt einer Abhängigkeit von Russland entsteht ein neues Energiegeflecht, das Putins neo-imperiale Ambitionen weiter aushöhlt. Einschnitte in der Ölversorgung sind ein weiterer Indikator für die Schwierigkeiten, mit denen Russland konfrontiert ist.

Kasachstan war bislang einer der größten Abnehmer russischer Elektrizität und deckte 2025 etwa 60 Prozent der gesamten russischen Stromexporte. Der russische Exporteur Inter RAO meldete im ersten Quartal 2026 zwar ein Exportplus von 5,8 Prozent auf 2,12 Milliarden kWh, doch der Großteil ging nach Kasachstan und Georgien. Der chinesische Markt ist seit Januar 2026 komplett weggebrochen, da die russischen Exportpreise die heimischen Preise in China überstiegen.

Der Schritt Kasachstans unterstreicht die langfristige Strategie der Multi-Vektor-Politik: weniger Abhängigkeit von Moskau im Energiesektor, während man bei politisch sensiblen Themen weiterhin vorsichtig agiert. Gleichzeitig wächst die Zusammenarbeit mit China, Singapur und anderen Partnern. Energieunabhängigkeit wird in Astana als zentrale Säule der nationalen Souveränität betrachtet. Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat den Ausbau der eigenen Kapazitäten wiederholt als strategische Priorität hervorgehoben. Ein erheblicher Rückschlag für Russland ist auch der Verlust von Territorium in der Ukraine.

Ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann, hängt von der pünktlichen Inbetriebnahme der neuen Anlagen, der Finanzierung und der Netzstabilität ab. Kritiker weisen auf den hohen Verschleiß bestehender Anlagen und mögliche Verzögerungen hin. Gelingt der Plan jedoch, könnte Kasachstan ab 2029 sogar Strom exportieren und sich als bedeutender Energieplayer in Zentralasien etablieren. Brüssel entwickelt Maßnahmen gegen drohende Energiekrise.

„`


Quellen: n-tv

Bildquelle: depositphotos

Artikel teilen:

Empfehlungen für dich.