Die iranische Blockade der Straße von Hormus zwingt den indischen Premierminister zu drastischen Maßnahmen. Um die hohen Importkosten zu reduzieren, fordert die Regierung die Bevölkerung zu umfassenden Einsparungen auf. Auf der Liste der empfohlenen Verzichtsmaßnahmen stehen unter anderem Auslandsreisen, der Kauf von Gold und der Konsum von Speiseöl.
Angesichts der gestiegenen Ölpreise und der sinkenden Devisenreserven appelliert Indien an seine Bürger, ihren Verbrauch zu reduzieren. Ministerpräsident Narendra Modi erklärte, dass eine Reduzierung des Speiseölverbrauchs sowohl gesund als auch patriotisch sei. Zudem solle für mindestens ein Jahr auf nicht zwingend notwendige Auslandsreisen verzichtet werden. Modi forderte die Bevölkerung auch auf, den Kauf von Gold zu minimieren, das in Indien traditionell in großen Mengen für Hochzeiten erworben wird. Landwirte sollten den Einsatz von Düngemitteln um bis zu 50 Prozent verringern.
„In der aktuellen Situation müssen wir großen Wert auf die Einsparung von Devisen legen“, sagte Modi. Indien ist der drittgrößte Importeur und Verbraucher von Öl weltweit. Trotz der angespannten Lage plant die Regierung jedoch keine Erhöhung der Preise für Diesel und Benzin an den Tankstellen. Ende März hatte die Regierung sogar die Steuern auf Benzin und Diesel gesenkt. Die Entwicklungen auf dem Ölmarkt sind dabei von großer Bedeutung.
Ölmarkt unter Druck
Nach Einschätzung des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco fehlen dem Weltmarkt aufgrund des Iran-Kriegs rund eine Milliarde Barrel Öl aus den letzten zwei Monaten. Selbst wenn die Lieferungen wieder anlaufen, wird es einige Zeit dauern, bis sich die Energiemärkte stabilisieren, erklärte Aramco-Chef Amin Nasser. Die Blockade der Straße von Hormus hat die weltweite Energieversorgung erheblich eingeschränkt, was zu einem verknappen Angebot und steigenden Preisen führt. Die Reaktionen der Politik auf diese Krise sind vielfältig.
„Unser Ziel ist einfach: den Energiefluss aufrechtzuerhalten, auch wenn das System unter Druck steht“, erläuterte Nasser. Zuvor hatte Aramco für das erste Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 25 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar gemeldet. Die Wiederöffnung der Routen sei jedoch nicht gleichbedeutend mit einer Normalisierung des Marktes, dem rund eine Milliarde Barrel Öl entzogen worden seien. Jahrelange Investitionsdefizite hätten die Belastung der ohnehin niedrigen weltweiten Lagerbestände zusätzlich verschärft. Die Auswirkungen auf den globalen Handel sind ebenfalls spürbar.
Die indische Regierung sieht sich gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Devisenreserven zu schonen. Modi empfahl den Bürgern, verstärkt im Homeoffice zu arbeiten, Videokonferenzen abzuhalten, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.
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Quellen: n-tv
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