Dutzende Frauen haben dem US-Entertainer Bill Cosby sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Nach fast drei Jahren Haft wurde er nun in einem Zivilprozess zu einer hohen Entschädigungszahlung verurteilt.
Der US-Komiker und Schauspieler Bill Cosby wurde von einer Jury in Kalifornien zu einer Entschädigung von über 19 Millionen Dollar (entspricht mehr als 16 Millionen Euro) verurteilt. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass Cosby vor mehr als 50 Jahren eine heute 84-jährige Frau missbraucht hatte.
Cosby war während des Verfahrens nicht persönlich anwesend, wies jedoch die Vorwürfe über seine Anwälte sowie in einer eidesstattlichen Erklärung zurück.
- Hintergrund der Klage: Laut der Klageschrift soll Cosby die Klägerin 1972, als sie als Kellnerin arbeitete, zu einer seiner Shows eingeladen, sie mit Alkohol und Tabletten wehrlos gemacht und dann missbraucht haben.
- Rechtslage: Ein neues kalifornisches Gesetz erlaubt Schadenersatzklagen wegen sexuellen Missbrauchs ohne Verjährungsfristen.
Die Klägerin äußerte sich nach dem Urteil und sagte, es habe 54 Jahre gedauert, um Gerechtigkeit zu erfahren. Sie hoffe, dass ihr Fall auch anderen Frauen helfen könne. Cosbys Anwaltsteam kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
Knapp drei Jahre im Gefängnis
Bill Cosby, bekannt durch die Sitcom „Die Bill Cosby Show“, sah sich im Rahmen der MeToo-Bewegung zahlreichen Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt. Er hat diese stets zurückgewiesen.
Im Jahr 2018 wurde Cosby in einem Strafprozess wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, kam jedoch 2021 nach knapp drei Jahren aufgrund eines Verfahrensfehlers wieder auf freien Fuß.
Nach seiner Freilassung sah sich Cosby weiterhin Zivilklagen gegenüber. Im Jahr 2022 wurde er von einer Jury in Los Angeles für schuldig befunden, eine 16-Jährige im Jahr 1975 sexuell missbraucht zu haben, was zu einer Entschädigung von 500.000 Dollar führte.